Studie zeigt wachsende Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland

Posted by on Jun 16th, 2010 and filed under Allgemein, Breaking News, Medical. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

Eine wissenschaftliche Untersuchung hat eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich aufgezeigt und damit neue Kritik am Sparpaket der Bundesregierung ausgelöst.

Nach dem Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung DIW schrumpft die Mittelschicht, zudem haben Menschen mit geringen Einkommen immer weniger Geld.

Opposition und Gewerkschaften forderten Schwarz-Gelb zur Umkehr in der Sozialpolitik auf. Nach der DIW-Studie, die die Einkommensentwicklung zwischen 2000 und 2009 nachzeichnet, stieg sowohl die Zahl der Armen als auch die der Reichen an. Zugleich schrumpft die Mittelschicht.

„Eine starke Mittelschicht ist aber wichtig für den Erhalt der gesellschaftlichen Stabilität“, erklärten die DIW-Experten Martin Gornig und Jan Goebel.

So gehörten im vergangenen Jahr nur noch 61,5 Prozent der Deutschen zur Mittelschicht mit einem Nettoeinkommen von 860 bis 1844 Euro im Monat. 2000 waren es 66,5 Prozent.

Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Menschen mit niedrigem Einkommen von 18 Prozent auf 22 Prozent. Zugleich sank der durchschnittliche Nettoverdienst eines alleinstehenden Armen laut DIW-Studie von 680 Euro im Jahr 2000 auf 645 Euro im Jahr 2008.

Der mittlere Verdienst eines Menschen mit höherem Einkommen erhöhte sich während dieser Zeit von 2400 auf 2700 Euro pro Monat.

Als Hauptursache für das Auseinanderklaffen nannten die Forscher die Entwicklung auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Sinke die Zahl der Beschäftigten, erhöhe sich die Zahl der Menschen mit niedrigeren Einkommen.

Scharfe Kritik übte DIW-Experte Goebel am geplanten Sparpaket der Bundesregierung. „Die bisher gemachten konkreten Vorschläge betreffen nur die unteren Einkommen“, erklärte Goebel.

Angesichts der wachsenden Zahl von Reichen müsse auch über Sparbeiträge dieser Gruppe nachgedacht werden. Die schwarz-gelbe Koalition will die Ausgaben in den nächsten vier Jahren um mehr als 80 Milliarden Euro reduzieren, unter anderem durch ein Absenken des Elterngelds insbesondere für Empfänger von Hartz IV.

„Das von der schwarz-gelben Bundesregierung angekündigte Sparpaket wird das vom DIW beschriebene Problem weiter verschärfen“, sagte SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil der „Augsburger Allgemeinen“ vom Mittwoch.

„Schwarz-Gelb spart kopflos an der falschen Stelle, zum Beispiel bei der aktiven Arbeitsmarktpolitik und den Familien.“

„Die DIW-Studie belegt eindrucksvoll, wer die Zeche für die Krise zahlen muss“, erklärte Linken-Chef Klaus Ernst. „Es sind die Beschäftigten, Familien, Erwerbslosen, und Rentnerinnen und Rentner.“

Grünen-Chef Cem Özdemir warf der Regierung vor, das Auseinandertreiben der Gesellschaft zu beschleunigen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB verlangte von der Regierung, durch höhere Steuern für Vermögende die Einnahmen zu verbessern, statt bei Arbeitslosen und Beziehern von Niedriglöhnen zu sparen.

CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich sagte dagegen, die Sparvorhaben würden „in allen Punkten umgesetzt, da gibt es nichts zu wackeln“.

Gleichwohl nannte er die Studie „Besorgnis erregend“. Auch FDP-Generalsekretär Christian Lindner verteidigte die Politik der Regierung: „Die Koalition verbindet eine wachstumsfördernde Politik mit hohen Sozialstandards und einem starken Akzent auf Bildung und Forschung“, erklärte er. © afp/aerzteblatt.de

viaDeutsches Ärzteblatt: Nachrichten „Studie zeigt wachsende Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland“.


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