KROMI spürt weiter hohes Interesse an Tool-Management

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Die KROMI Logistik AG (ISIN DE000A0KFUJ5 / WKN A0KFUJ) hat sich darauf spezialisiert, die Rundum-Versorgung von Unternehmen mit Werkzeugen sicherzustellen. Im Interview mit a|m gibt Finanzvorstand Uwe Pfeiffer einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr.

a|m: Herr Pfeiffer, Ihr Geschäftsmodell bietet Unternehmen ein
umfassendes Dienstleistungsspektrum. Vielleicht könnten Sie unseren
Lesern das Konzept Ihres Unternehmens etwas näher vorstellen
.

Uwe Pfeiffer: Die KROMI Logistik AG bietet produzierenden
Unternehmen im In- und Ausland ein vollständiges Outsourcing der
Versorgung mit Präzisionswerkzeugen. In der Industrie wird dies als
“Tool-Management” bezeichnet. Unser Schwerpunkt liegt auf technisch
anspruchsvollen Zerspanungswerkzeugen, zum Beispiel Bohrer, für die
Metall- und Kunststoffbearbeitung. Dabei sprechen wir vor allem den
Maschinenbau, Schiffbau, Luft- und Raumfahrt sowie
Automobilzulieferer an. Unser Ziel ist es, nachhaltig die Versorgung
der Kunden mit Werkzeugen zu optimieren und die Verfügbarkeit des
richtigen Betriebsmittels zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu
sichern. Die Kunden bekommen also Arbeit abgenommen, insbesondere im
Einkauf und in der Administration, und können zudem Kosten sparen, da
wir ihren Werkzeugeinsatz analysieren und optimieren. Mit der an
KROMI ausgelagerten Werkzeugversorgung kann sich der Kunde wieder auf
seine Kernkompetenz, das Produkt, konzentrieren. KROMI ist bereits an
fünf Standorten in Deutschland und vier im Ausland präsent sowie in
drei weiteren europäischen Ländern aktiv.

a|m: Seit einiger Zeit sind Sie auch in dem aufstrebenden
Schwellenland Brasilien vertreten. Wie bewerten Sie den Markteintritt
heute rückblickend und beabsichtigen Sie, kurz- oder mittelfristig
weiter in Lateinamerika zu expandieren?

Uwe Pfeiffer: Mit dem erfolgreichen Markteintritt in Brasilien
sind wir sehr glücklich. Das Land stellt für uns einen sehr
zukunftsträchtigen Markt mit hohem Wachstumspotenzial für unser
Geschäftsmodell dar. Inzwischen erzielen wir dort bereits die ersten
Umsätze. Insgesamt spüren wir in Brasilien großes Interesse an
unseren Dienstleistungen. Daher sind wir sehr optimistisch, dass wir
unser Tool-Management in diesem Land nachhaltig und erfolgreich
etablieren können. Eine weitere Expansion in Lateinamerika steht
derzeit nicht zur Diskussion.

a|m: Welche Bedeutung messen Sie den BRIC-Staaten für die
zukünftige Geschäftsentwicklung Ihres Unternehmens bei? Immerhin sind
Sie bereits mit Projekten in China aktiv.

Uwe Pfeiffer: Generell gibt es für uns zwei Wege, um
international zu wachsen. Entweder begleiten wir expandierende
Bestandskunden, wenn diese im Ausland eine neue Produktionsstätte
eröffnen und uns auch dort in ihre Produktion integrieren möchten.
Oder – wie in Brasilien erstmals geschehen – eröffnen wir dort eine
Niederlassung, wo wir hohes Geschäftspotenzial sehen. Dies ist aber
der risikoreichere Weg. Sollte also einer unserer bereits
existierenden Kunden beispielsweise in Russland oder Indien ein Werk
in Betrieb nehmen, ist es gut möglich, dass dies für uns den ersten
Schritt in ein neues Land bedeutet.

a|m: In der Wirtschaftskrise gibt es Ihren Angaben im
Halbjahresbericht 2009/2010 zufolge auch Chancen. Um die Kosten zu
senken, seien immer mehr Unternehmen bereit, bestimmte
Geschäftsbereiche auszugliedern. Diese Chancen wollen Sie nutzen.
Sind die Chancen mit Blick auf den Umsatzrückgang um 24,5% auf 15,26
Mio. EUR im ersten Halbjahr ungenutzt geblieben?

Uwe Pfeiffer: Im Gegenteil: Wir haben uns sehr gut geschlagen.
Der Umsatz im ersten Halbjahr 2009/2010 lag zwar um 24,5% unter dem
des Vorjahres, dabei ist aber zu berücksichtigen, dass insbesondere
das erste Quartal des Vorjahreszeitraums, also die Monate Juli bis
September 2008, die absoluten Spitzenmonate im Maschinenbau-Boom
waren. Wir kommen also von einem extrem hohen Vorjahresniveau. Wenn
Sie dann gleichzeitig sehen, dass die Umsatzeinbrüche sowohl in
einigen unserer Kundenbranchen deutlich stärker eingebrochen sind,
erscheint die Umsatzentwicklung von KROMI in einem anderen Licht. Und
es ist wahr: in den vergangenen Monaten haben wir sehr hohes
Interesse nach unseren Tool-Management-Dienstleistungen verspürt. Wir
haben jedoch recht lange Vorlaufzeiten in der Installierung unserer
Systeme bei neuen Kunden, daher werden diese Effekte in der Zukunft
erst sukzessive spürbar werden.

a|m: Entgegen ersten Branchenprognosen, die eine leichte
konjunkturelle Erholung erwarten, sehen Sie noch keine wesentliche
Verbesserung in Ihren Zielbranchen. Auf welchen Faktoren basiert Ihre
Einschätzung und wie wird sich dies auf die Geschäftsentwicklung
Ihres Unternehmens im zweiten Halbjahr auswirken?

Uwe Pfeiffer: Wir sind mit unseren Dienstleistungen nahe an der Produktion und spüren daher sehr schnell, wenn sich die Nachfrage nach den Werkzeugen verändert. Dies ist jedoch lediglich bei Einzelkunden feststellbar, während sich das Bild bei anderen eher verschlechtert. Lediglich der Bereich Luft- und Raumfahrt hat sich im Berichtszeitraum überdurchschnittlich stabil gezeigt. Daher halten wir an unserem Ausblick für das Gesamtjahr 2009/2010 fest und richten uns für die kommenden Monate nicht auf eine kurzfristige Erholung des Geschäfts ein. Umsatz und Ergebnis dürften also ungefähr auf dem Niveau des Vorjahrs liegen, sofern wir von außerordentlichen Ereignissen, wie beispielsweise Insolvenzverfahren oder Produktionsverlagerungen unserer Kunden, unberührt bleiben.

a|m: Herr Pfeiffer, wie danken Ihnen für das Gespräch.

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-apa, ots

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