Côte d’Ivoire Credendo Studie

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Côte d’Ivoire Credendo Studie

Risikofaktoren und Ausblick

 

Kurzfristiges politisches Risiko

Côte d’Ivoire 4
Burkina Faso 5
Ghana 4

 

Mittel- und langfristiges politisches Risiko

Côte d’Ivoire 6
Burkina Faso 6
Ghana 5

 

Geschäftsrisiko

Côte d’Ivoire C
Burkina Faso C
Ghana C

 

Geringes Risiko Hohes Risiko Geringes Risiko Hohes Risiko A C

 

Risikofaktoren und Ausblick

 

Côte d’Ivoire hat seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 2011 deutliche Fortschritte erzielt. Gleichzeitig geht der nach dem Krieg eingeleitete Versöhnungsprozess nur schleppend voran und bildet ein erhebliches Risiko. Die alten Seilschaften aus Bürgerkriegszeiten sind in den inneren Machtzirkeln der Politik nach wie vor intakt und könnten politische Spannungen verschärfen. Anfang 2017 offenbarten Meutereien unter Soldaten sowie zivile Unruhen eine schwelende Unzufriedenheit und beschädigten das Ansehen der Regierung. Diese Instabilität könnte künftige Investitionen gefährden und den langfristigen wirtschaftlichen Fortschritt blockieren.

Auch wenn ein neuerlicher Ausbruch eines offenen Bürgerkriegs weiterhin unwahrscheinlich ist, stuft Credendo das mittel- bis langfristige politische Risiko des Landes vorerst in Kategorie 6 von 7 ein. Gleichzeitig haben sich die makroökonomischen Indikatoren verbessert und die Aussichten sind positiv, da Côte d’Ivoire nunmehr zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften des Subsahara- Raums gehört. Die Erholung des Privatkonsums in Verbindung mit umfangreichen öffentlichen Investitionen und einem Anstieg von Direktinvestitionen sind wichtige Wachstumstreiber.

 

Da das Land der weltgrößte Exporteur von Kakao ist, hatte der Rückgang des internationalen Kakaopreises während der Erntesaison 2016-17 spürbare Folgen für die Steuer- und Exporteinnahmen Côte d’Ivoires. Infolge eines globalen Überangebots wird mittelfristig mit einem anhaltend niedrigen Kakaopreis gerechnet. Neben Handelsschocks könnten auch ungünstige Witterungsbedingungen die agrarisch geprägte Wirtschaft unter Druck setzen.

 

Konsolidierungsbemühungen und wirksame politische Maßnahmen im Rahmen des IWF-Programms dürften zu einer Eindämmung des Zwillingsdefizits beitragen. Derzeit stuft Credendo das kurzfristige politische Risiko in Kategorie 4 von 7 ein und trägt damit einem im Vergleich zu den anderen Staaten der Region moderaten Liquiditätsrisiko Rechnung. Die CFA-Franc-Zone befindet sich in einer Krise. Regional gehaltene Währungsreserven stehen unter Druck und fachen damit erneut die Diskussion um eine mögliche Abwertung an. Auch Probleme wie Korruption, Rechtsunsicherheit und ein (trotz Verbesserungen unverändert) schwieriges Geschäftsumfeld erklären die Einstufung des systemischen Geschäftsrisikos in Kategorie C (auf einer Skala von A bis C).

 

 

Fakten

Staatsoberhaupt > Präsident Alassane Ouattara

 

Wahlsystem

> Letzte Präsidentschaftswahlen im Oktober 2015, nächste Wahlen: 2020
> Letzte Parlamentswahlen im Dezember 2016, nächste Wahlen: 2021

 

Pro

+ Weltgrößter Kakaoexporteur
+ Politische Stabilisierung
+ Solide Wachstumsperspektiven
+ Internationale Unterstützung

 

Kontra

– Langwieriger Versöhnungsprozess nach dem Bürgerkrieg
– Anfälligkeit für Handels- und Klimaschocks
– Schwache Verwaltung der öffentlichen
Schulden (Lage verbessert sich jedoch)
– Soziale Unzufriedenheit

 

Kennzahlen

Bevölkerung > 23,7 Millionen
Pro-Kopf-Einkommen > 1.520 USD
Einkommensgruppe > Niedriges mittleres Einkommen

 

Hauptexportgüter

Kakaobohnen und -produkte (44,5 % der
Leistungsbilanzeinnahmen), Öl & Gas (12,8%)

 

Länderrisikoeinschätzung

 

Ein Jahrzehnt des Bürgerkriegs wurde überwunden…

 

Die Rivalität zwischen Laurent Gbagbo (FPI – Ivorische Volksfront) und Alassane Ouattara (RDR – Zusammenschluss der Republikaner) trat bereits während der Präsidentschaftswahlen im Jahr 1999 zutage, bei denen Ouattara ausgeschlossen wurde und Gbagbo den Sieg davontrug. Ein Putschversuch stürzte das Land in einen Bürgerkrieg, der von 2002 bis 2011 anhielt. Ein Jahrzehnt lang war Côte d’Ivoire geteilt: Der überwiegend muslimische und von Rebellen kontrollierte Norden unterstützte Ouattara, während sich der Süden unter Kontrolle der Regierung befand.

 

Der Konflikt zwischen Gbagbo und Ouattara nach der umstrittenen Wahl im November 2010 löste eine neue Welle der Gewalt aus, die vier Monate lang anhielt, 3.000 Menschen das Leben kostete, eine Million Menschen ihrer Heimat beraubte und das Land in den wirtschaftlichen Ruin stürzte. Die internationale Gemeinschaft reagierte mit wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen, während Streitkräfte der UN und Frankreichs in Kooperation mit Rebellentruppen Ouattara bei der Machtübernahme unterstützten. Gbagbo wurde festgenommen und an den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag überstellt.

 

Als ehemaliger IWF-Vizedirektor genießt Präsident Ouattara internationalen Rückhalt und kann unter Investoren Vertrauen schaffen. 2015 wurde er im Amt bestätigt, ohne dass die Opposition einen glaubhaften Gegenkandidaten aufstellen konnte.

 

Seit den Parlamentswahlen im Dezember 2016 verfügt die Regierungskoalition im Parlament über eine Mehrheit von 65 %. Auch die Verabschiedung der neuen Verfassung im Oktober 2016 trug zu einer weiteren Stabilisierung der politischen Rahmenbedingungen bei, da mit ihr das Amt des Vizepräsidenten sowie ein Senat eingeführt wurden.

 

Vor allem reformierte die Verfassung jedoch die Bestimmungen bezüglich der ivorischen Staatsbürgerschaft, die bisher für Präsidentschaftskandidaten galten und während des Bürgerkriegs als schwerwiegender Missstand gesehen wurden.

 

2020 sollte Ouattara nach den Präsidentschaftswahlen zurücktreten und den Weg für eine neue Führungsgeneration frei machen – ein Wechsel, der nicht so reibungslos verlaufen könnte, wie erhofft.

 

Natürlich hat sich die Sicherheitslage seit 2011 merklich verbessert und die 14-jährige Friedensmission der UN endete am 30. Juni 2017. Die langsame Wiedereingliederung der Rebellentruppen in die Armee sowie die große Menge an im Umlauf befindlichen Waffen bilden bedeutende Risiken.

 

Die international geförderte Sicherheitssektorreform (SSR) zum Wiederaufbau der nationalen Armee und zur Zusammenführung von regierungstreuen Kräften und Rebellen erwies sich als Enttäuschung. Folglich sind die alten Seilschaften aus Bürgerkriegszeiten in den inneren Machtzirkeln der Politik sowie im Staat insgesamt unverändert intakt. Diese Faktoren könnten die politischen Spannungen im Vorfeld der Wahl von Ouattaras Nachfolger im Jahr 2020 verschärfen.

 

Anfang 2017 offenbarten Meutereien unter Soldaten eine schwelende Unzufriedenheit über schlechte Bedingungen und den alten, ungelösten Konflikt zwischen den unterschiedlichen Lagern innerhalb der Streitkräfte.

 

Die schlecht integrierte Armee hielt das Land in Geiselhaft und fügte dem Ansehen der Regierung Ouattara erheblichen Schaden zu. Die Meutereien wurden schließlich beendet, nachdem die Regierung der Zahlung ausstehender Prämien zugestimmt hatte.

 

Auch unter Beamten und Kakaobauern kommt es zu häufigen Protesten gegen Gehaltsrückstände und Armut. So ist die Armutsquote in den vergangenen Jahren nur minimal gesunken: auf 46,3 % der Bevölkerung. Folglich könnte die Unfähigkeit der Regierung, ein integratives Wachstum zu verwirklichen, die soziale Unzufriedenheit weiter schüren.

 

Nach der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1960 wies Côte d’Ivoire als weltweit größter Kakaoexporteur eine blühende Wirtschaft auf. Dieser Wohlstand wurde von dem zehn Jahre wütenden Bürgerkrieg zunichtegemacht.

 

Seit der Rückkehr zur politischen Stabilität im Jahr 2012 hat Côte d’Ivoire sich zu einer der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Subsahara-Afrikas entwickelt. Nachdem das Land drei Jahre in Folge ein BIP-Wachstum von 9 % erzielt hat, dürfte sich die Quote künftig bei etwa 7 % stabilisieren. Damit übertrifft Côte d’Ivoire immer noch den regionalen Durchschnitt.

 

Das Wirtschaftswachstum beruht auf Investitionen in Infrastruktur, Landwirtschaft und Bergbau, auch der Privatkonsum weist eine deutliche Belebung auf. Gleichzeitig ist der Privatkonsum in hohem Maße von den Witterungsbedingungen abhängig, da etwa zwei Drittel der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft beziehen. Zwischen 2016 und 2020 wird die Regierung große Summen in den National Development Plan (NDP) investieren, der von privaten Investitionen dominiert und von einem 2016 bis 2019 laufenden IWF-Programm unterstützt wird.

 

Die Investitionsquote ist seit 2012 in die Höhe geschnellt und dürfte bis 2018 auf 21,3 % des BIP ansteigen. Da sich der Anstieg der Sparquote etwas langsamer vollzieht, werden Investitionen zunehmend im Ausland finanziert, und besonders bei Direktinvestitionen ist ein deutlicher Anstieg zu beobachten.

 

Die politische Stabilisierung, die wachsende Mittelschicht sowie die Umsetzung von Reformen und die daraus resultierende Verbesserung des Geschäftsklimas stimmen Investoren zuversichtlich. So ist Côte d’Ivoire im „Ease of Doing Business“-Index der Weltbank zwischen 2013 und 2017 von Platz 177 (von insg. 189 Ländern) auf Platz 142 gestiegen (und belegt Platz 18 unter den 48 Ländern der Subsahara-Region).

 

Rückgang des Weltkakaopreises schwächt Kernbranche

 

Côte d’Ivoire ist der weltgrößte Kakaoexporteur und der Anteil von Kakao an den gesamten Exporteinnahmen beläuft sich auf 45 %.

 

Mit der Reform des Kakaosektors im Jahr 2012 wurde das alte System der Spot-Käufe durch einen von der Regierung garantierten Festpreis ersetzt. Seitdem erhalten Bauern 60 % des Durchschnittspreises, der in künftigen, vom Rat für Kaffee und Kakao (Conseil du Café-Cacao – CCC) durchgeführten Auktionen vereinbart wird.

 

In der Folge erhielt die Kakaoproduktion einen starken Wachstumsimpuls und die Qualität verbesserte sich. In der Erntesaison 2016-17 gingen die Kakaopreise jedoch aufgrund eines weltweiten Überangebots zurück. Hinzu kam, dass der Verbrauch in Schwellenländern hinter den Wachstumserwartungen zurückblieb und die Nachfrage aus westlichen Ländern abnahm.

 

Obwohl Witterungsbedingungen den maßgeblichsten Einfluss auf die Preisentwicklung haben, ist es aufgrund der Übersättigung des Weltmarktes unwahrscheinlich, dass sich der Kakaopreis mittelfristig erholt. Für Côte d’Ivoire stellt dies ein bedeutendes Problem dar.

 

 

Der CCC verkauft etwa 80 % der Ernte bevor die Saison beginnt, doch einige ivorische Exporteure haben einen Vertrag erworben, ohne für Abnehmer zu sorgen. Infolge des Preissturzes gerieten Exporteure in Zahlungsverzug und seit Ende 2016 wurden tausende Tonnen Kakaobohnen in den Häfen gelagert und verrotteten dort.

 

Der CCC musste hohe Verluste hinnehmen und wird von den Schuldnern eine Entschädigung einfordern. Gleichzeitig werden die Stabilisierungsfonds bei der regionalen Zentralbank (Westafrikanischen Zentralbank – BCEAO) angezapft, damit Bauern den garantieren Festpreis erhalten können (etwa 36 % niedriger als in der vergangenen Saison).

 

 

Der niedrige Kakaopreis beeinträchtigt nicht nur die Exporteinnahmen, sondern auch die Wirtschaft insgesamt: Ein Drittel der Bevölkerung ist vom Kakaoanbau abhängig und daher bei einem Rückgang der Landwirtschaftserlöse gezwungen, den persönlichen Verbrauch einzuschränken. Folglich dürfte sich das Wachstum ab 2017 etwas moderater, jedoch immer noch solide entwickeln.

 

)VRoolahtsilteo fBfeilnanzen eines Exporteuers von (Agrar- Da Côte d’Ivoire eine geringere Ölabhängigkeit als die umliegenden Erdöl exportierenden Staaten aufweist, blieb das Land vom Verfall des internationalen Ölpreises weitgehend unberührt. Tatsächlich wird Côte d’Ivoire seit 2014 nicht mehr als „Nettoexporteur von Brennstoffen“ eingestuft, d. h. die Brennstoffimporte übersteigen die -exporte.

 

Auch die Tatsache, dass das Land neben Kakao, Öl und Gas zusätzlich Reis, Baumwolle, Kaffee und Palmöl produziert, trägt zu einem komfortablen Überschuss in der Handelsbilanz bei.

 

Die Leistungsbilanz (einschl. offizieller Transfers) weist jedoch ein Defizit auf, das auf die negative Dienstleistungsbilanz und den Abfluss von privaten Transfers aufgrund hoher Arbeitsimmigration (insbesondere aus Burkina Faso in Kakao produzierende Regionen) zurückzuführen ist. 2016 erreichte das Leistungsbilanzdefizit einen moderaten Stand von 1,1 % des BIP.

 

Aufgrund niedrigerer Einnahmen aus dem Kakaoexport und eines Importanstiegs von Konsumgütern und investitionsbezogenen Gütern dürfte es in diesem Jahr jedoch auf 3,8 % des BIP anschwellen (nahezu 15 % der Leistungsbilanzeinnahmen). Da auch längerfristig mit einem niedrigen Kakaopreis gerechnet wird, dürfte sich das Leistungsbilanzdefizit in den kommenden Jahren bei ca. 3 % des BIP stabilisieren.

 

Zur Finanzierung seines Defizits schöpft Côte d’Ivoire aus unterschiedlichen Einnahmequellen. Zum einen ist seit 2012 ein eindrucksvoller Anstieg an Direktinvestitionen zu beobachten, der weiterhin anhalten dürfte

 

. Zum anderen werden mehr Kredite für öffentliche Projekte vergeben und auch das IWF-Programm bietet finanzielle Unterstützung. Dennoch konnte das Defizit 2016 nicht vollständig finanziert werden und die Regierung sah sich gezwungen, die Währungsreserven bei der regionalen Zentralbank in Anspruch zu nehmen.

 

LAibqwuiedrittuäntsgengpass erneuert Diskussion über CFA-Franc- Côte d’Ivoire ist Mitglied der CFA-Franc-Zone, einer Währungsunion mit einer an den Euro gebundenen Währung, regional gebündelten Währungsreserven und einer von der französischen Zentralbank garantierten Konvertibilität.

 

Ein wichtiges Ziel der gemeinsamen Geldpolitik ist die Gewährleistung der Preisstabilität; die Inflation dürfte daher bei stabilen 2 % verbleiben. Allerdings ist in der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion (UEMOA1), der Côte d’Ivoire angehört, und insbesondere in der Zentralafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft (CEMAC2) eine Verschlechterung der makroökonomischen Rahmenbedingungen und der externen Liquidität festzustellen.

 

Mitgliedsstaaten litten unter dem Verfall der Rohstoffpreise (insb. des Ölpreises) sowie unter der regionalen Unsicherheit, die die Liquidität stark unter Druck setzte. Besonders die CEMAC befindet sich in einer schweren Krise, da sie Länder umfasst, die vorwiegend Erdöl exportieren und teils in Konfliktregionen liegen.

 

Die UEMOA blickt hingegen auf Jahre erheblichen Wachstums zurück, auch wenn finanzwirtschaftliche Ungleichgewichte zugenommen haben und die Staatsverschuldung ansteigt. Die bei beiden regionalen Zentralbanken gebündelten Währungsreserven sind folglich zurückgegangen. Die Reserven der UEMOA decken nunmehr 3,5 Monatsimporte ab (immer noch ein angemessener Wert), während die Reserven der CEMAC nur knapp 1,5 Monate abdecken.

 

Diese niedrigen Reserven könnten sich bei der Aufrechterhaltung des CFA-Franc-Kurses zum Euro sowie vor dem Hintergrund des erhöhten Abwertungsdrucks als unzureichender Puffer erweisen.

 

Die letzte Abwertung des CFA-Francs erfolgte 1994 mit einem erheblichen Wertverlust von 50 %. Seitdem wurde eine weitere Abwertung unter CFA-Ländern nur sporadisch thematisiert. Jede Abwertung würde die Wirtschaftsaktivitäten in der Region dämpfen, da sie sowohl Verbraucher (durch Inflation und höhere Importkosten) als auch Schuldner (durch auf Hartwährung lautende Schulden) treffen würde. Das Geschäftsrisiko würde damit steigen. Langfristig könnte eine Abwertung jedoch die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Region verbessern. Die Erinnerung an die schwerwiegenden Folgen für die Kaufkraft von Privathaushalten sowie Angst vor makroökonomischer Instabilität haben jeden Konsens zu diesem Thema bislang jedoch verhindert. Im vergangenen Dezember kamen die Staats- und Regierungschefs der CEMAC-Länder zusammen und bekräftigten erneut ihren Wunsch, die Währungsanbindung zum derzeitigen Kurs beizubehalten (der auch für die UEMOA gilt).

 

Des Weiteren versprachen die CEMAC-Staaten, gemeinsame Reformen auf den Weg zu bringen und eine regionale Lösung für die Liquiditätskrise zu erarbeiten, die eine Rückkehr zur makroökonomischen Stabilität ermöglichen würde. Solche Anpassungen dürften sich als ausgesprochen herausfordernd erweisen, zumal mit einem dauerhaft niedrigen Ölpreis und schwachen Währungsreserven zu rechnen ist. In diesem Zusammenhang dürfte die Abwertung des CFA-Francs in den kommenden Monaten und Jahren weiterhin ein Diskussionsthema bleiben.

1 Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Guinea-Bissau, Mali, Niger, Senegal und Togo 2 Kamerun, Zentralafrikanische Republik, Tschad, Kongo-Brazzaville, Äquatorialguinea und Gabun

 

Die Regierung konnte in den vergangenen zehn Jahren stabile Einnahmen von durchschnittlich knapp 18-19 % des BIP generieren. Finanzpolitisch ist der niedrige Kakaopreis der jüngeren Zeit nicht folgenlos geblieben, da in diesem Sektor über 40 % der Staatseinnahmen erwirtschaftet werden. Niedrigere Steuereinnahmen (aus dem Ölsektor sowie aus Einkommen- und Mehrwertsteuer) sowie die Forderung nach Ausgaben im Zusammenhang mit zunehmender sozialer und militärischer Unruhe setzten den Staatshaushalt 2016 und 2017 unter Druck und führten zu inländischen Zahlungsrückständen. Einige öffentliche Investitionen werden derzeit zurückgefahren, um dem Anstieg der laufenden Ausgaben bei gleichzeitigem Rückgang der Staatseinnahmen Rechnung zu tragen.

 

Die Regierung hat den Haushalt 2017 gekürzt und es wird mit einem Anstieg des Haushaltsdefizits von 4 % des BIP im Jahr 2016 auf 4,5 % im Jahr 2017 gerechnet. Gleichwohl sollte eine Haushaltskonsolidierung dazu beitragen, dass das Land bis 2019 wieder den UEMOA-Standard von 3 % des BIP erreicht.

 

In der Folge wurde ein Schuldenerlass gewährt und das Schuldenprofil Côte d’Ivoires verbesserte sich erheblich. 2017 liegt die Gesamtverschuldung des öffentlichen Sektors Erwartungen zufolge bei 48,7 % des BIP (angestiegen von 44,8 % des BIP im Jahr 2014) und dürfte ab 2018 wieder zurückgehen. Diese Schulden umfassen etwa ein Drittel der Inlandsverschuldung, die vorwiegend aus von der regionalen Zentralbank vergebenen Anleihen besteht und eine relativ kurze Fälligkeitsstruktur aufweist. 2017 dürfte die Inlandsverschuldung zurückgehen und der Anteil der Auslandsverschuldung zunehmen.

 

 

Der Anstieg der öffentlichen Auslandsverschuldung ist insbesondere auf öffentliche bilaterale Neuschulden zurückzuführen, die vorwiegend von nicht zum Pariser Club gehörenden Ländern emittiert werden. Ein weiterer Grund war die erfolgreiche Eurobond-Emission, die im vergangenen Juni nahezu 10 Mrd. USD anzog. 2016 machte gewerbliche Finanzierung (zu marktüblichen Bedingungen) bereits 56 % der öffentlichen Auslandsverschuldung aus, doch der Anteil dürfte weiter steigen. Öffentliche Zinszahlungen dürften 2017 etwa 10 % der gesamten Staatseinnahmen beanspruchen (2014: 7 %). Das heißt, auch wenn die öffentliche Schuldenquote unter Kontrolle ist, geht der Anteil von zu Vorzugsbedingungen vergebenen Krediten zurück und die öffentlichen Schuldendienstkosten steigen an.

 

 

Auch die gesamte Bruttoauslandsverschuldung (einschl. öffentlicher und privater Auslandsverschuldung) ist nachhaltig und dürfte in den kommenden drei Jahren bei etwa 42 % des BIP oder bei nahezu 160 % der Exporterlöse liegen. Die Schuldendienstverpflichtungen haben sich zu einer zunehmenden Last entwickelt und erreichten 2016 einen Höchstwert von 18,8 % der Exporteinnahmen. Bis 2018 wird allerdings ein Rückgang auf 14 % erwartet. Effektives Schuldenmanagement ist eine entscheidende Voraussetzung für die Aufrechterhaltung einer tragfähigen außenwirtschaftlichen Position und die Verhinderung hoher Refinanzierungskosten.

 

Die jüngsten Handelsschocks (insbesondere der Kakaopreis) haben die Aussichten getrübt und könnten eine anhaltende Belastung darstellen. Auch ungünstige Witterungsbedingungen bilden ein ständiges Risiko, da sie sowohl Wasserkraft als auch die die landwirtschaftliche Produktion beeinträchtigen.

 

Die weitere Entwicklung wird teils von der Erfüllung der Erfordernisse des IWF-Programms bestimmt, das einen wichtigen Antrieb für politischen Ehrgeiz darstellt. Tatsächlich muss die Regierung wirkungsvolle politische Maßnahmen ergreifen, um haushaltspolitischen Druck zu verhindern, das Anlegervertrauen aufrechtzuerhalten und starkes Wirtschaftswachstum zu sichern.

 

In den vergangenen Jahren hat Côte d’Ivoire eindrucksvolle politische Fortschritte erzielt, von denen jedoch nicht die gesamte Bevölkerung profitieren konnte. Die Förderung integrativeren Wachstums ist daher entscheidend für die Gewährleistung langfristiger gesellschaftlicher Stabilität.

 

Das größte Risiko für die Zukunft Côte d’Ivoires ist jedoch mit der politischen Stabilität verbunden. Anhaltende militärische Unruhen wie im Jahr 2017 könnten 2020 zu einem gewaltsamen politischen Übergang führen, auch wenn ein neuerlicher Ausbruch eines offenen Bürgerkriegs nach wie vor unwahrscheinlich ist.

 

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-Credendo The Risk Management – auch Photos


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